Archiv für Mai 2009

Google Wave, Ei des Kolumbus

Sonntag, 31. Mai 2009

wavelogoGoogle hat auf seiner aktuellen Entwicklerkonferenz I/O eine neue Web-Applikationsplattform vorgestellt: Google Wave. Der Dienst wird erst in einigen Monaten öffentlich zugänglich sein, aber derzeit ist auf der Startseite ein äußerst interessantes Video der Vorstellung zu sehen, das in fast anderthalb Stunden einen tiefen Einblick in die Möglichkeiten der neuen Plattform gibt.

Entwickelt unter der Führung der Brüder Jens und Lars Rasmussen, die mit Google Maps bereits einen großen Wurf gelandet haben, verfolgt Wave das unbescheidene Ziel, das Ei des Kolumbus der Online-Kommunikation zu werden.

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Microsofts nächster Internet-Flop: Bing

Sonntag, 31. Mai 2009

Microsoft hat angekündigt, die neue Suchmaschine Bing mit großem Tamtam (100 Mio$ Werbebudget) einzuführen.

Das Neue an Bing? Es soll statt Suchergebnissen „Entscheidungen“ liefern. So lautet das Fazit einer aktuellen Videopräsentation zur Einführung. Für ausgewählte Themengebiete sollen redaktionell betreute Inhalte angeboten werden, z. B. Reisen, Restaurants und Shopping.

In Europa möchte man das in meinen Augen bestenfalls drittklassige Shopping-Portal Ciao in Bing integrieren. Das fängt ja gut an.

Microsoft hat mit Powerset eine interessante linguistische Technologie eingekauft, und Bing soll uns deshalb besonders gut verstehen. Das nützt wenig, wenn die angebotenen Ergebnisse weniger treffend sind als bei Google und schlechter redigiert als bei Yahoo.

Viel Glück, Microsoft.

Microsoft Word 2008 ist die Pest

Donnerstag, 28. Mai 2009

Microsoft Word 2008 ist die Pest und eine Ausgeburt der Hölle. Auf meinem Mac Pro mit 12 GB RAM und 8 x 2,8 GHz Prozessor braucht es regelmäßige 15-sekündige Gedenkpausen, um ein einseitiges Textdokument zu verarbeiten. Spätestens nach 2 Stunden stürzt es ab.

Etwas so Erbärmliches produziert Microsoft nur, weil es gekauft wird. Hört auf damit!

Gute Textverarbeitungsprogramme sind Mellel, Mariner Write und natürlich Pages, Teil von Apple iWork.

Nachtrag: Mariner Write bietet, anders als Mellel, aktuell keine deutsche Benutzerführung mehr. Als gute Alternative verweise ich daher jetzt auf Nisus Writer Pro mit dem zusätzlichen Vorteil, daß es als Standard-Dateiformat ein Word-kompatibles RTF verwendet. Aber auch die anderen genannten Programme können natürlich die Formate RTF (universell) und DOC (Microsoft Word) speichern bzw. exportieren.

Details zum nächsten iPhone

Montag, 25. Mai 2009

Im Februar hatte ich zu den Erwartungen für ein neues iPhone im Sommer spekuliert. Jetzt beginnt in zwei Wochen die Apple-Entwicklerkonferenz WWDC 2009, und mit der Vorstellung eines neuen iPhone – lieferbar spätestens im Juli – wird fest gerechnet. Nennen wir es mal „iPhone v3“.

Inzwischen hat sich auch der äußerst treffsichere John Gruber zum Thema gemeldet und einige Eckdaten des iPhone v3 bestätigt. Insgesamt erwarte ich folgendes:

  • äußerlich kaum vom iPhone 3G (= v2) zu unterscheiden
  • wesentlich schnellerer Prozessor
  • doppelter Arbeitsspeicher (256 statt 128 MB)
  • Magnetkompaß
  • bessere Kamera mit Autofokus, video-fähig

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Petition gegen die Internet-Zensur

Dienstag, 12. Mai 2009

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen beharrt auf ihrem Vorhaben, ohne Rücksicht auf rechtsstaatliche Prinzipien dem BKA ein Zensurrecht einzuräumen, mit dem angeblich kinderpornografische Webseiten ohne weitere juristische Prüfung gesperrt werden könnten.

Kinderpornografie ist zu Recht verboten. Eine Web-Zensur dient aber weder der Strafverfolgung derjenigen, die die Kinder tatsächlich mißbrauchen, noch hindert sie Pädophile und Zwischenhändler ernsthaft daran, Bilder und Videos weiterhin über das Internet auszutauschen. Der Handel wird allenfalls in den Untergrund getrieben, was die Strafverfolgung eher erschwert als erleichtert. Die Musik- und Filmindustrie kann ein Lied davon singen.

Andererseits trifft jede Zensur automatisch auch Unschuldige und ist damit ein schwerer Einschnitt in das gebeutelte Grundrecht der Informationsfreiheit (Art. 5 GG). Das verdeutlicht eine Google-Suche nach „Wikileaks Sperrliste“ – und zeigt zugleich, warum ich keinen direkten Link setze.

Die angestrebte Protokollierung und Auswertung der Zugriffe auf (möglicherweise zu Unrecht) gesperrte Server steht im krassen Widerspruch zum Fernmeldegeheimnis (Art. 10 GG) und würde unschuldige Internetbenutzer der Gefahr aussetzen, daß wegen falscher Daten ihre Wohnung durchsucht und ihre Computer beschlagnahmt werden.

Wie das den eigentlichen Opfern helfen soll, den für Kinderpornografie mißbrauchten und mißhandelten Kindern in aller Welt, bleibt das Geheimnis der Bundesfamilienministerin.

Sinnvoller wäre es, die verbotenen Inhalte nicht zu sperren, sondern direkt an die Quelle zu gehen und die Betreiber der Server zu verfolgen. Da die Verbreitung von Kinderpornografie, anders als bei kopierten Kinofilmen, fast überall auf der Welt strafbar ist, sollte sich Frau von der Leyen lieber für eine bessere internationale Zusammenarbeit bei der Strafverfolgung einsetzen, als in einer Art und Weise die Einführung polizeistaatlicher Überwachungsmaßnahmen zu fordern, die nach meiner unmaßgeblichen persönlichen Meinung geradezu verfassungsfeindlich ist.

Was ist zu tun? Als erste Maßnahme könnte man auf der Website des Bundestags die aktuelle Petition zum Thema unterzeichnen.